So verhinderst du Food Waste in der Küche

Eine Million Tonnen Lebensmittel werden in Schweizer Haushalten jährlich weggeworfen. Wir zeigen, wie man dem abhelfen kann. Food Waste zu verhindern, ist leichter, als man denkt. Gut geplant, ist halb gespart, und mit ein paar raffinierten Ideen zur korrekten Aufbewahrung und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie zur Wiederverwendung von Resten landet bald nichts Essbares mehr im Abfall.

1 Gut planen

Jedes Gericht genau planen, sodass keine oder weniger Reste übrigbleiben. Am besten plant man die Gerichte gleich für eine ganze Woche durch. Frische Lebensmittel kauft man besser öfter ein, damit man mit unerwarteten Änderungen in der Wochenplanung besser umgehen und Food Waste vermeiden kann.

 

2 Doppelt denken

Viele Speisen lassen sich ein zweites Mal verwenden und liefern die Basis für zwei Mahlzeiten. Dabei ist es oft auch möglich, bestehende Rezepte etwas abzuwandeln, indem du einzelne Zutaten auswechselst: zum Beispiel Broccoli anstelle von Lauch, weil du einen Rest aufbrauchen willst. In ein Curry etwa passen fast alle Gemüsesorten, die man vorrätig hat.

 

3 Richtig aufbewahren

Richtig gelagert, halten Lebensmittel länger. Im Küchenschrank sind trockene Produkte wie Flocken, Pasta, Mehl, Gewürze, Hülsenfrüchte, Beutelsuppen, Nüsse, Dörrobst und Konserven gut aufgehoben. Desgleichen Sirup, Essig und Öl. In den Kühlschrank gehören Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Kräuter, Salat, kälteunempfindliche Gemüse und Früchte sowie Speisereste. Ein kühler Keller eignet sich für Lagergemüse und -früchte wie Kartoffeln und Äpfel, Eingemachtes, Konserven, Getränke und Öle.

Werden Fleisch oder Fisch vakuumiert, bleiben sie länger frisch. Beim Tiefkühlen verhindert vorheriges Vakuumieren zudem unschönen Gefrierbrand.

Für Brot empfiehlt sich ein Brotsack, z.B. aus Leinen oder Baumwolle, oder ein Brotkasten, um frühzeitiges Austrocknen zu verhindern. Aus Brotresten werden im Handumdrehen Croûtons und Paniermehl – mit etwas mehr Aufwand entsteht daraus etwa ein Tessiner Brotkuchen (Torta di Pane).

 

4 Einteilen

Teigwaren und Reis immer abwiegen. Als Regel gilt: 80 g trockene Teigwaren pro Person bei kleinem, 150 g bei grossem Hunger. Für Reis lauten die Zahlen 40 bzw. 80 g. Reste diverser Teigwarensorten ergeben zusammen eine Portion «Pasta mista», die mit Sauce, gratiniert oder als Salat super schmeckt. Achtung: Unterschiedliche Kochzeiten durch etappenweises Garen ausgleichen. Übrig gebliebenen Reis kühlt man am besten ab; grössere Mengen gibt man auf ein Blech, um das Abkühlen zu beschleunigen. Dann im Kühlschrank lagern, damit Bakterien keine Chance haben.

 

5 Verarbeiten

Köche wissen: Die beliebtesten Gerichte sind ursprünglich aus Resten entstanden. Dazu gehören beispielsweise Gratins, Eintöpfe, Wähen und Quiches, Paella, Pizza, Teigtaschen oder Fotzelschnitten. Sie «schlucken» quasi alles, was der Kühlschrank an Resten hergibt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ein Pürierstab oder Standmixer verwandelt Gemüse- und Fruchtreste in feine Smoothies oder Suppen. Überreife Bananen kann man zum Beispiel zu einer Creme oder Glacé verarbeiten, matschige Tomaten zu einer feinen Tomatensuppe.

Gummiges Gemüse und welke Kräuter werden wieder knackig, wenn man sie kurz in Eiswasser taucht.

Von Sugo über Beeren bis Parmesan lässt sich Übriggebliebenes oft problemlos einfrieren. Selbst Gemüsereste, Pilz- und Kräuterstiele können in einem Beutel oder portionenweise im Eiswürfelbehälter tiefgekühlt und für eine entsprechende Menge Bouillon verwendet werden. Nicht geeignet sind z.B. Salzkartoffeln, Aufläufe und Saucen mit viel Rahm, da dieser ausflocken kann. Wichtig: Speisen rasch abkühlen, in kleinen Portionen luftdicht verschliessen und einfrieren.

Damit nach einer Party keine Reste zurückbleiben, jedem Gast etwas mit nachhause geben. War die Party etwas arg ausgelassen, kann man sich bei den Nachbarn mit einem Stück übrig gebliebener Torte oder mit einem Menu Surprise aus Resten entschuldigen.

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