Auch das Auge isst mit: Wie kann ich meinen Gemüseteller schön anrichten?

Nicht nur Gourmets wissen: «Das Auge isst mit.» Und tatsächlich steckt hinter diesem einfachen Sprichwort mehr als nur ein paar Worte. Vielleicht ist dir auch schon einmal aufgefallen, dass wir gewisse Farben mit bestimmten Geschmäckern verbinden? Die Farbe Rot lässt viele von uns an süssere Aromen denken, hellere Farben wie Gelb und Grün stehen allgemein eher für einen säuerlichen Geschmack. Aber auch der gesamte visuelle Eindruck von Speisen, also wie ein Gericht sich präsentiert, beeinflusst uns stark. Ein Beispiel: Die Mehrheit von uns wählt das Menu in einer Kantine nach seinem Aussehen aus – das Auge entscheidet also, was es zum Zmittag oder allgemein zum Essen gibt. Speisen, die schön angerichtet sind, erhöhen den Appetit, die Freude und den Genuss beim Essen.

So weit, so gut. Doch wie gelingt uns ein ansprechendes Anrichten von Essen zu Hause? Wir haben uns schlau gemacht und vier Tipps der Haute Cuisine zusammengetragen.

Welcher Teller darf es sein?

Die Farbe und Form des Tellers machen den Anfang: Mit dem passenden Teller verwandelst du jede Mahlzeit in einen Schmaus fürs Auge und den Gaumen. Profis empfehlen, zurückhaltende Farben und Formen zu verwenden. Die guten alten weissen Teller sind also perfekt. Bei der Form und dem Fassungsvermögen kannst du ebenfalls kreativ werden. Es gibt zum Beispiel einen tollen Effekt, wenn du den Teller nach den Formen deines Gemüses wählst. Für längliches Gemüse wie Karotten oder Broccolini (Baby-Broccoli) eignet sich eine längliche Platte super, denn so kannst du das Gemüse als Ganzes servieren.

 

Wie steht’s um die Deko?

Eine klassische Regel der Gastronomie besagt, dass der Tellerrand dem Gast gehört. Das kannst du auch zuhause so handhaben, wenn du für dich, deine Familie oder Gäste kochst. Sei bei der Verzierung des Randes zurückhaltend und setze bei der Dekoration auf dem Teller einzelne Akzente. Diese können bereits viel bewirken: Frische Kräuter oder essbare Blüten zum Beispiel bringen zusätzlich Farbe auf den Teller. Auch gekonnt gezeichnete Linien auf dem Teller mit Balsamico-Essig machen Lust auf mehr.

 

Wie viel darf es sein – und was gehört wohin?

Grundsätzlich gilt beim Anrichten von Speisen: Weniger ist mehr. Ist viel zu viel auf dem Teller, sieht es schnell chaotisch und nicht sehr ansprechend aus. Der Teller sollte also nicht überfüllt werden. Es lohnt sich, für jede Mahlzeit den passenden Teller zu wählen.

Nach Tradition hat jedes Lebensmittel seinen festen Platz auf dem Teller: Die Hauptzutat wird in der unteren Tellerhälfte platziert, damit sie beim Essen direkt vor einem liegt.  In der linken oberen Hälfte wird die Sättigungsbeilage drapiert und oben rechts (wenn nicht bereits als Hauptzutat angerichtet), kommt das Gemüse hin. Doch immer häufiger finden sich ausgefallenere Variationen auf dem Teller. Hast du die einzelnen Komponenten eines Gerichts auch schon mal kunstvoll aufgetürmt?

Beim Anrichten von Sauce gibt es ebenfalls einen Trick: Giesse sie nicht über das Gemüse oder das Fleisch, sondern gib zuerst die Sauce auf den Teller und lege dann das Gemüse respektive Fleisch drauf.

 

So setzt du Gemüse in Szene

Ob und wie Gemüse auf dem Teller wirkt, ist nicht nur von der Tellerwahl, Platzierung und Dekoration abhängig, sondern auch von der Form des Gemüses selbst. Kleinere Gemüsesorten wie Babykarotten, Zuckerschoten oder Bohnen werden meist schon in ihrer ganzen Form zubereitet und serviert. Aber auch grössere Gemüsesorten müssen nicht zwingend in kleine Stücke geschnitten werden. Einen Blumenkohl kannst du beispielsweise problemlos in Scheiben schneiden. Die altbekannten Blumenkohl-Röschen sind also kein Muss. Längliches Gemüse (z.B. Karotten) müssen ebenfalls nicht in Würfelchen oder Scheibchen geschnitten werden. Schneide sie beim nächsten Mal in Streifen. Welches Gemüse könntest du künftig einmal anders schneiden und servieren?

Nebst den vielen Zubereitungsarten gibt’s Gemüse auch in unzähligen Farben. Du kannst also nicht nur innerhalb einer Gemüsesorte kreativ sein, sondern auch bei der Farbwahl und -kombination von verschiedenen Sorten. Lass dich von unserem saisonalen Gemüse oder von unseren fast vergessenen Gemüsesorten inspirieren!

 

Folgende Tipps geben wir dir gerne auch noch mit:

  • Jegliche Dekoration auf dem Teller sollte essbar sein.
  • Das Essen steht im Mittelpunkt (nicht die Dekoration).
  • Sei kreativ, aber achte darauf, dass die einzelnen Komponenten / Lebensmittel auch sinnvoll und ansprechend angerichtet werden.
  • Die Verzierungen respektive die dekorativen Elemente sollten geschmacklich mit dem Rest des Gerichts harmonieren. Teste eine neue Idee am besten im Voraus.

 

Vergiss nicht: Das Auge isst mit! Viel Freude beim Ausprobieren und Geniessen wünschen wir dir.

Kuratorium Gutes Sehen. (o.D.). Was hat es mit der Aussage „Das Auge isst mit“ auf sich? Seh-Check Online. https://www.seh-check.de/seh-maerchen/das-auge-isst-mit/

Lang, C. (Moderatorin). (2015, 15. April). Das Auge isst mit: Anrichten, dekorieren und verzieren [Audio-Podcast]. In A Point. Schweizer Radio und Fernsehen. https://www.srf.ch/audio/a-point/das-auge-isst-mit-anrichten-dekorieren-und-verzieren?id=10575877

Lange, I. (o.D.). Anrichten und Dekorieren von Speisen. Essen & Trinken. https://www.essen-und-trinken.de/anrichten-von-speisen

Reinert, J. (2014, 08. September). Das Auge isst mit!? Zeit für Genuss. https://www.zeitfuergenuss.at/essen/2014/09/das_auge_isst_mit.html

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